Wäsche nachhaltig waschen

Herkömmliche Waschmittel enthalten sehr häufig Tenside auf Mineralölbasis, künstliche Konservierungsstoffe und auch unerwünschte Duftstoffe. Einige hiervon sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern können auch die menschliche Gesundheit belasten.

nachhaltig waschen

Nachhaltig waschen für eine saubere Umwelt

Wäsche waschen gehört im Allgemeinen wohl nicht zu den Lieblingstätigkeiten, doch einige Dinge sollten in puncto Nachhaltigkeit dennoch beachtet werden – zum einen, um die Umwelt zu schonen und zum anderen, um die eigenen Kleider zu schonen. So spielt beispielsweise bereits die Wahl des Waschmittels eine entscheidende Rolle, denn dieses beeinflusst wie viele Schadstoffe aus der Maschine in den Wasserkreislauf gelangen.

Bevorzugen Sie Waschpulver für ein nachhaltiges Waschen

Aus ökologischer Sicht völlig unbedenkliche Tenside gibt es bis heute bedauerlicherweise nicht. Zusätzlich zu bestimmten Schadstoffen wie zum Beispiel synthetische Duftstoffe, die Allergien auslösen können, gibt es noch ein weiteres großes Problem: Mikroplastik! Diese stecken jedoch nicht nur im Waschmittel, sondern auch in Weichspülern. Diese kleinsten Teilchen, die nur unter dem Mikroskop erkennbar sind, können ganz ungehindert die Kläranlagen durchqueren und kontaminieren dort das Trinkwasser. Des Weiteren sind sie deshalb so hochgefährlich, weil sie unterschiedliche krebserregende Substanzen und Bakterien in die Körperzellen transportieren können.

Flüssigwaschmittel hat im Allgemeinen eine andere Zusammensetzung als normales Waschpulver. So stecken in Flüssigwaschmittel zum Beispiel deutlich mehr waschaktive Tenside. Zudem brauchen diese Waschmittel viel mehr Konservierungsstoffe, damit darin keine Mikroorganismen entstehen. Aus diesem Grund belasten sie die Abwässer und Kläranlagen viel stärker als herkömmliches Pulver-Waschmittel. Aus diesem Grund sollten sie eher normales Waschpulver verwenden. Ein weiterer Pluspunkt, der für Waschpulver spricht ist, dass dieses oftmals in normalen Papierschachteln erhältlich ist und nicht in Plastikflaschen.

Gleichzeitig sollten Waschmittel immer sehr sparsam eingesetzt werden: Am besten sind konzentrierte Waschmittel, denn in diesen stecken wesentlich weniger unnötige Füll- und Konservierungsstoffe.

Die richtige Waschmaschine kaufen

Nachhaltiges und umweltfreundliches Waschen fängt bereits beim Kauf einer energiesparenden Waschmaschine an. Das Gerät sollte immer den aktuellsten Energiestandards entsprechen. Auch die Wäschetrommel sollte ausreichend groß sein, denn eine zu kleine Trommel macht mehrere Waschgänge nötig. Dadurch verschlechtert sich wiederum die Umweltbilanz. Wenn die Trommel der Waschmaschine groß genug ist, wird die Waschmaschine im Allgemeinen auch nicht zu vollbeladen.

Tipp: Befüllen Sie die Waschtrommel nur so viel, dass noch eine gute Handbreit Platz nach oben hin ist.

Wählen Sie auch das richtige Schleuderprogramm, denn auch dieses wirkt sich auf die Umweltbilanz der Maschine aus. So empfiehlt es sich, die Wäsche möglichst stark zu schleudern, was für heutige moderne Waschmaschinen völlig unproblematisch ist.

Wäsche richtig sortieren

Das Vorsortieren ist eine sehr wichtige Maßnahme vor dem Wäschewaschen. Als Hauptkriterien gelten zum Beispiel die Empfindlichkeit eines Stoffes, aber auch die Farbe der Wäschestücke. Wolle und Seidenstoffen vertragen beispielsweise keine hohen Waschtemperaturen. Ebenso brauchen diese Wäschestücke ein spezielles Fein- oder Wollwaschmittel. Achten Sie immer auch auf das Pflegeetikett der Wäsche.

Wählen Sie die richtige Waschtemperatur

Bei niedrigen Waschtemperaturen können Sie sowohl CO2 als auch wertvolle Energie sparen. Die Maschine braucht in einem solchen Fall nur rund 4/5 an Energie, um das Wasser aufzuheizen. Waschen Sie also lieber bei einer Temperatur von 40 Grad Celsius als bei 60 Grad Celsius, denn damit halten Sie den Energieverbrauch gering.

Zudem sind sehr viele Waschmittel bereits bei niedrigen Temperaturen von 20 Grad bis 40 Grad hochwirksam. Bei sehr starken Verschmutzungen oder Handtüchern empfiehlt sich hingegen eine Wäsche bei 60 Grad Celsius.

Umweltfreundliches Waschmittel mit Bio-Siegel

Beim Thema Waschmittel ist das Eco- oder Bio-Siegel tatsächlich von großer Bedeutung, denn schließlich gibt es im Handel leider immer noch viel zu viele Waschmittel, die Inhaltsstoffe enthalten, die für die Umwelt sehr belastbar und biologisch schwer abbaubar sind. Ökologische Waschmittel stehen für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Hier stecken keine nicht abbaubaren Schadstoffe und vor allem auch kein Mikroplastik drin. Das Umweltbundesamt deklariert Reinigungsmittel und Waschmittel für vertrauenswürdig und ökologisch, wenn sie mit dem sogenannten „Blauen Engel“ oder der „Euro Blume“ ausgezeichnet werden.

Wäsche im Idealfall lufttrocknen lassen

Zum nachhaltigen und umweltbewussten Waschen gehört auch das richtige Trocknen der Wäsche. Wie bereits erwähnt ist es ratsam, die Wäsche intensiv zu schleudern. Um weiteren Stromverbrauch durch den Trockner zu vermeiden, sollten die Wäsche im Idealfall an der frischen Luft getrocknet werden.

Hängen Sie diese daher lieber auf, als sie in den Trockner weiterzubefördern.

Entdecken Sie sinnvolle Alternativen zum Waschmittel

Um saubere Wäsche zu erhalten, muss nicht immer zum handelsüblichen Wachmittel gegriffen werden. Es gibt auch viele andere, sehr nützliche Helfer, die eine sehr gute und vor allem nachhaltige Alternative zu normalen Waschmitteln sein können:

  • Kernseife:
    Kernseife ist nicht nur umweltschonend, sondern auch eine sehr preiswerte Methode, um saubere Wäsche zu erlangen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich daraus innerhalb kürzester Zeit selbst ein Waschmittel produzieren. Genaue Anleitungen hierzu finden Sie reichlich im Netz. Achten Sie beim Kauf jedoch auch hier auf die inhaltlichen Bestandeile und vor allem auch auf das DAAB-Siegel, denn dieses steht für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Allergikerfreundlichkeit.
  • Waschnüsse
    Wenn es um die Nachhaltigkeit geht, sind Waschnüsse die top Wahl, denn umweltbewusster geht es schon fast gar nicht mehr. Dieses Waschmittel wächst sozusagen auf Bäumen. Waschnüsse sind insbesondere im pakistanischen sowie im indischen Raum beheimatet und eignen sich ausgezeichnet für alle Textilstoffe – von 30 Grad Celsius bis 95 Grad! Ein Kilogramm Waschnüsse kostet rund 20 Euro und reicht für über 330 Waschladungen.
  • Waschmittel selbst produzieren
    Sie können nicht nur mit Kernseife, sondern auch mit Kastanien ein sehr effektives und zudem nachhaltiges Waschmittel herstellen. Für eine Maschinenladung werden rund fünf bis acht Rosskastanien benötigt: Vierteln Sie diese zunächst einmal mit einem Messer oder zerkleinern Sie diese mit einem Hammer. Legen Sie sie anschließend in ein Gefäß mit 300 Milliliter warmem Wasser. Verschließen Sie das Gefäß und lassen Sie die Kastanien darin über Nacht einweichen. Trennen Sie am Folgetag die Kastanien vom Sud und fertig ist Ihr eigenes Waschmittel.
    Besondere Vorsicht ist damit bei weißer Wäsche angesagt: Hier sollten Sie vor der Produktion des Sudes die braunen Schalen der Kastanien gründlich entfernen, da diese sonst abfärben können.

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