„Was uns als Bürger empört, fördern wir als Kunden.“[1]
Dieses Zitat aus der ZEIT verdeutlicht, dass die komplexen gesellschaftlichen Machtverhältnisse nah bei einander liegen. Der private Konsum steht am Ende jeder Wertschöpfungskette und ist damit auch mitverantwortlich für die großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. Die Tatsache eines scheinbar paradoxen Widerspruchs zwischen Bürger und Konsument in einer Person sollte aber keinen Pessimismus wecken, sondern ein neues Machtbewusstsein stärken. Jeder Bürger kann in seiner Tätigkeit als Konsument selber bestimmen, welche Produkte er kauft, und somit eine Wirkung auf alle Unternehmen haben. Da jeder Bürger von den sozialen und ökologischen Problemen direkt oder indirekt betroffen ist, sollte es ihm als Konsumenten möglich sein, Produkte zu kaufen, die all seinen Werten entsprechen. Da in diesem Bereich aber noch keine ausreichende Informationstransparenz besteht, beschreibt diese Hausarbeit, warum das Werkzeug der konsumentenfreundlichen Corporate Social Responsibility (kurz CSR) Bewertungen notwendig ist. Des Weiteren wird der bereits bestehende Informationsbedarf bei immer mehr Konsumentenschichten deutlich gemacht. Welche Konsumenten Aspekte der Nachhaltigkeit in ihre Kaufentscheidung integrieren wird erläutert und mit den Ergebnissen einer Befragung belegt. Es gibt bereits Unternehmenstest, die die soziale und ökologische Verantwortungsübernahme von Unternehmen bewerten und die Auswertungen an Konsumenten weitertragen. Wie diese Bewertungen optimalerweise aussehen sollten, um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen, wird abschließend diskutiert.
In dem Bereich der konsumentenfreundlichen CSR Bewertungen werden bereits viele Schritte in die richtige Richtung gemacht, dennoch ist das Thema erst am Anfang einer Entwicklung, die weitreichende Veränderungen herbeiführen kann.
[1] Hillenkamp, S., Selbst schuld! Ob Niedriglöhne, Stellenabbau oder Umweltzerstörung: Was uns als Bürger empört, fördern wir als Kunden, in: DIE ZEIT Nr. 24, 2006, S. 59.